2012-09-06 10:27:08
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25. Red Bull Dolomitenmann 07. – 09. September in Lienz Eeine verrückte Idee wiederholt sich zum 25. mal

Was mit „Fetzen“, „Jogging High“ und „Querfeldeinrädern“ begann, hat im letzten
Vierteljahrhundert Geschichte geschrieben und gilt heute als inoffizielle WM des Extremsports. Zum 25. Jubiläum des Red Bull Dolomitenmanns stehen heuer 125 Teams – statt der 110 in den letzten Jahren – am Start. So reich sich die Teilnehmerlisten seit der ersten Austragung 1988 mit Namen internationaler Spitzensportler gefüllt haben, ebenso reich ist der härteste Teambewerb der Welt an Anekdoten und denkwürdigen Ereignissen.

Sehr bald war „Schluss mit Lustig“. Vor der Premiere des Red Bull Dolomitenmannes, 1988, hat ihn mit seiner verrückten Vision vom „härtesten Teambewerb der Welt“ keiner so recht ernst genommen – den ehemaligen Abfahrtsprofi und Paradiesvogel des alpinen Weltcupzirkus der 70er und 80er-Jahre, Werner „Grizzly“ Grissmann aus Lienz. Viele der ersten 51 Teams sind nach dem Motto „Wenn’s der Grissmann macht, ist’s sicher a Gaudi“ an ihre Aufgabe herangegangen.
Diese Einstellung war spätestens beim zweiten Dolomitenmann aus der Welt geschafft. Paragleiter, die im Vergleich zum heutigen Material mit regelrechten „Fetzen“ das Rennen in Bäumen, inmitten parkender Autos, Feldmessen oder auf Balkonen beenden mussten, Biker die die Einzelteile ihrer „Querfeldeinräder“ ins Ziel retteten, Bergläufer, die nicht mehr imstande waren, den Weg zurück ins Tal auf den eigenen Beinen zu bewältigen oder Paddler, deren Arbeitsgeräte drauabwärts verloren gingen und nie mehr auftauchten – sie alle sind Botschafter des Red Bull Dolomitenmannes und versichern: „Dieser Bewerb ist nur für die härtesten unter der Sonne!“

 

Sportler aus allen Bereichen. Zahlreiche Legenden der Sportwelt hat Werner Grissmann nach Lienz geholt und über die Jahre hat sich aus den Versuchen, prominente Athleten verschiedenster Disziplinen zum Mitmachen zu überreden, eine regelrechte Leidenschaft entwickelt. Die meisten waren danach geläutert, wie der Ultraathlet Sepp Resnik Ende der 80er-Jahre. Er gönnte sich vor dem Berglauf statt Müsli ein feudales Frühstück, trennte sich recht bald wieder davon und kam als Vorletzter ins Ziel. Besser erging es im Laufe der Jahre den Radprofis Gerhard Zadrobilek und Gerrit Glomser, dem Langläufer Christian Hoffmann, dem Langlaufolympiasieger Vladimir Smirnoff, dem Ö3 Mikromann Tom Walek, dem Langläufer Michael Botwinov, dem Race Across America Sieger
Wolfgang Fasching, den Snowboardern Benni Karl und Sigi Grabner, den Biathleten Ricco Groß und Daniel Mesotitsch, dem Bergläufer Markus Kröll, dem Eisschnellläufer Michael Hadschieff oder dem Skispringer Andi Goldberger, der sich auch 2012 wieder per Pedes in die Dolomiten quält. Viele sah „Grizzly“ am Ende ihrer Kräfte, außer Kaliber, wie den besten Bergläufer der Welt, Jonathan Wyatt. Der Neuseeländer erkundigte sich am Gipfel bei einem ausnahmsweise wortkargen Werner Grissmann, wo es denn jetzt weiter ginge. Von diesem „Schock“ hat sich das Lienzer Urgestein, das heuer seinen 60. Geburtstag feierte, aber bald erholt und lässt es sich natürlich auch dieses Jahr nicht nehmen, den Startschuss abzufeuern.

 

Zahlen und noch mehr schweißtreibende Fakten:

Zum 25. Mal in Folge am Start. Weder Hochwasser noch Schneefall haben den Red Bull Dolomitenmann in all den Jahren aufgehalten. Zwei Männer gibt es, die seit der ersten Stunde mit dabei sind und sich den Beinamen Dolomitenmann redlich verdient haben: Wendelin Ortner wird 2012 zum 25. Mal als Paragleiter an den Start gehen und Manfred Rauch (Mountainbike und Berglauf) hat ebenfalls von Beginn an keinen Bewerb ausgelassen. 125 Teams, 500 Sportler, 3 Elemente, 60 Kilometer Strecke und 6.700 Höhenmeter sind nüchtern betrachtet die Fakten des 25. Red Bull Dolomitenmannes – gepaart mit unberechenbaren Winden, reißenden Fluten und brutalen Steigungen. Rund zwei Drittel der Starter stammen aus Österreich, insgesamt sind 16 Nationen vertreten. Zum engeren Favoritenkreis zählen 2012 neben dem Red Bull Team mit den Österreichern Wendelin Ortner, Harald Hudetz (Kajak) und Alban Lakata(Mountainbike) sowie dem Türken Ahmed Arslan (Berglauf) auch die Teams von Rossignol (KEN, AUT, CH), Fackelmann (CZE) und natürlich die Titelverteidiger aus dem Vorjahr, die „Robotunits“
(KEN, ITA, AUT). Höhenmeter (fast) ohne Ende.

Das 25. Jubiläum dieses extremen Events, das auf aller Welt nachgeahmt wird, ist auch Anlass, den Bewerb einmal in Zahlen Revue passieren zu lassen: Bisher
legten die Teilnehmer insgesamt 3,4 Mio. Höhenmeter beim Berglauf zurück, kämpften sich 2,6 Mio. Höhenmeter mit dem Mountainbike bergauf und absolvierten 14.875 Höhenmeter beim Klippenstart. Seit 1988 gaben 87 Paddel und 42 Kajaks den Geist auf. In all den Jahren haben rund 15.000 freiwillige Helfer für einen reibungslosen Ablauf gesorgt „Grizzly“ lässt beim Jubiläum den Bär steppen. Selbstredend, dass sich der Vater des Red Bull Dolomitenmanns, Werner Grissmann, gerade beim Jubiläum für einen würdigen Rahmen einiges hat einfallen lassen. Bereits am Freitag wird das Sportfest ab 18:30 Uhr bei einem Konzert mit den Dolomitenmania-Siegern 2011 eingeläutet, bevor bei der Ö3-Disco so richtig Gas gegeben wird. Am Samstag wartet eine Ö3-Zeitreise mit DJ Eberhard Forcher, der auf 25 Jahre Red Bull Dolomitenmann zurückblickt. Im Anschluss wird der Alpenrocker Hubert von Goisern beim einzigen Gratiskonzert seiner „Brenna tuats“-Tour in Lienz für Stimmung sorgen und am Sonntag folgt dann noch der 25-Jahre-Brunch mit einem zusätzlichen Überraschungsact.

Infos zum 25. Red Bull Dolomitenmann gibt es unter
www.redbulldolomitenmann.com