2015-04-20 14:42:41
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Historisch hart und spektakulär – „Der Weiße Rausch 2015“

Noch nie war „Der Weiße Rausch“ so hart, wie in diesem Jahr. Der Massenstart vom Vallugagrad präsentierte sich bei der 18. Auflage des Kultrennens aufgrund des dichten Nebels beinahe wie ein Blindflug ins weiße Nichts, die Kandahar als buckliges Ungetüm, auf der sich viele die Zähne ausbissen. Nicht aber drei Deutsche, die sich den Sieg untereinander ausmachten sowie die Vorarlbergerin Angelika Kaufmann, die sich zum wiederholten Male zur Königin auf der Valluga krönte.


„Der Weiße Rausch“ machte seinem Namen heuer alle Ehre. Während tausende Zuschauer im Ziel bei bester Stimmung die Sonnenstrahlen genossen, kämpften die 555 Teilnehmer am Start mit dichtem Nebel, der das ohnehin schon spektakuläre Rennen für die 555 Teilnehmer quasi zum Blindflug machte. Vor allem die Kandahar präsentierte sich als beinahe unpräparierte und von riesigen Buckeln übersäte Herausforderung.

Kaufmann schafft Double

Bei den Ski Damen ließ sich die ehemalige Österreichische Freeridemeisterin Angelika Kaufmann nicht von den schwierigen Bedingungen beeindrucken und bewies einmal mehr ihre skitechnische Klasse und Kondition. Die Vorarlbergerin gewann den Weißen Rausch zum zweiten Mal in Folge und setzte sich damit vor Nicola Schmid und der Arlberger Freeriderin Katharina Schuler durch: „Ich liebe solche Rennen, das ist die Krönung der Saison. Ich hatte heute auch eine große Portion Glück. Auf der Kandahar habe ich mir gedacht, dass ich es locker angehen kann, bis ich Nicole in meinem Nacken gespürt habe. Dann musste ich doch wieder geradeaus fahren und bin glücklich, dass es sich noch ausgegangen ist.“

Deutscher Premierensieg bei den Ski Herren

Bei den Herren lieferten sich drei Deutsche ein atemberaubendes Kopf-an-Kopf Rennen, aus dem Jochen Riexinger als jubelnder Premierensieger hervorging: „Das harte Training hat sich gelohnt. Ich bin überglücklich“, erklärt der staatlich geprüfte Skilehrer und Agrar-Ingenieur aus dem Allgäu, der sich ein spannendes Duell mit dem Weißen Rausch- Dauerbrenner und Arlberg Adler- Seriensieger Florian Holzinger lieferte. Erst in der allerletzten Abfahrt kurz vor dem Mooserwirt konnte sich der Allgäuer gegen Routinier und Klassemann Holzinger durchsetzen. Auf Rang drei landete Pirmin Niemeier. Bester Österreicher wurde der in St. Anton lebende Kirchberger Rudi Lapper als Vierter: „Noch nie war der Weiße Rausch so schwierig, wie in diesem Jahr“, ächzte der Skilehrerausbildner im Ziel: „Das war mein letzter Weißer Rausch, zumindest für ein Jahr.“

So werden es wohl viele der 555 Teilnehmer halten, die im Anschluss an das Kultrennen die Nacht zum Tag machten. Schließlich gilt „Der Weiße Rausch“ auch als krönender Saisonabschluss für die Teilnehmer aus 17 Nationen, die unter anderem aus Südafrika, Australien und Japan angereist waren. Das freute auch die Touristiker, rund um den Obmann des Tourismusverbandes St. Anton am Arlberg, Richard Walter: „Der Weiße Rausch hat sich mittlerweile einen Namen gemacht, weil er eine wunderschöne Kombination aus Saisonabschluss- Party und sportlicher Herausforderung ist – kurzum, ein cooles Rennen. Trotz der vielen Beschreibungen, die wir heute gehört haben, bleibt der Weiße Rausch aber vor allem eins - unbeschreiblich.“

Im Ziel bestaunten auch einige Spitzenathleten die Leistungen der Teilnehmer, darunter Extremskifahrer Axel Naglich und Ex-Kombinierer Mario Stecher. „Eine knackige und harte Angelegenheit. Wenn man es versäumt, sich das Rennen einzuteilen, hat man ein Problem“, staunte Naglich: „Die körperliche Komponente ist ein Wahnsinn, es reicht nicht, ein guter Skifahrer zu sein.“ Zum Vergleich: Die Streif hat eine Länge von 3,5km, auf der Valluga müssen die Teilnehmer eine 9km lange Strecke, inklusive Wiederaufstieg zurücklegen.

Die 18. Auflage des „Weiße Rauschs“ war auch heuer ein Skifestival für Jung und Alt. Den Beginn machten wieder die Jugendlichen mit dem Mini- Weißen Rausch, den Christian Gröbner und Romana Rieder für sich entschieden, die tausenden Zuschauer im Ziel blieben dann bis zuletzt, um die älteste Teilnehmerin, Inge Schöpf, mit 78 Jahren zu bejubeln.