2013-08-29 09:50:05
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Austria Triathlon Podersdorf - Streckenrekord und Fast-Weltrekord

Georg Swoboda ist alter und neuer Österreichischer Staatsmeister im Triathlon auf der Ironman-Distanz. Beim Austria Triathlon Podersdorf 2013 verteidigte der Athlet von WHC X Sport Vösendorf über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen mit der Gesamtzeit von 8:12:29 Stunden seinen Vorjahrestitel erfolgreich. Für eine Sensation sorgte Swoboda vor allem mit seiner Leistung am Rad: Mit
4:08:56 lieferte er die zweitschnellste je gefahrene Zeit auf dieser Strecke ab. Eine Sensation lieferte auch die Staatsmeisterin bei den Damen ab: Michaela Rudolf pulverisierte in 9:16:21 den alten Streckenrekord, war um über zwölf Minuten schneller als Monika Feuersinger 2006 (9:28:47).

Zweiter des Austria Triathlon auf der langen Distanz wurde der Tscheche Petr Vabrousek (8:31:37), Dritter der Ungar Marton Flander (8:32:48).
Als zweitbester Österreicher und Vierter des Austria Triathlon eroberte Andi Fuchs in 8:37:50 den Vizestaatsmeistertitel, Alexander Frühwirth holte in 8:42:00 als Gesamt-Fünfter Platz drei in der Österreicher-Wertung.

Staatsmeister Georg Swoboda ging als Neunter aus dem Wasser, hatte etwa elf Minuten Rückstand auf den schnellsten Schwimmer, Jürgen Babitsch.
Auf der folgenden Radstrecke zündete er aber einen unfassbaren Turbo und ging mit sagenhaften 12:27 Minuten Vorsprung auf Andi Fuchs in den abschließenden Marathon. Während Fuchs Petr Vabrousek und Marton Flander vorbeiziehen lassen musste, baute Swoboda seinen Vorsprung sogar noch aus, gewann am Ende mit 19:08 Minuten Vorsprung und verteidigte seinen Staatsmeistertitel eindrucksvoll.

 

Österreich dominiert bei den Damen

Im Damenbewerb gab es ebenfalls eine erfolgreiche Titelverteidigung und außerdem einen siebenfachen österreichischen Sieg zu bejubeln. Michaela Rudolf hat mit ihrem beeindruckenden Streckenrekord den Staatsmeistertitel geholt, hängte mit 9:16:21 auch Simone Helfenschneider-Ofner (9:31:15) auf Platz zwei recht klar ab, Elisabeth Reiter sorgte als Dritte schon mit viel Abstand für ein rot-weiß-rotes Podium (10:25:05). Erst auf Platz acht landete mit der Deutschen Petra Jung die erste ausländische Athletin. Als zusätzliches Zuckerl durfte sich die neue Staatsmeisterin Michaela Rudolf über eine Vespa der Firma Faber freuen, die für den Streckenrekord spendiert wurde.

Dabei hatten alle drei Damen nach dem Schwimmen Aufholbedarf.
Staatsmeisterin Rudolf kam als Vierte mit etwa vier Minuten Rückstand aus dem Wasser, Simone Helfenschneider-Ofner lag zweieinhalb Minuten dahinter auf Platz fünf, Elisabeth Reiter stieg als Neunte aufs Rad.
Dort drehten dann aber Rudolf und Helfenschneider-Ofner kräftig auf. Elf Minuten Vorsprung hatte Rudolf auf ihre Verfolgerin, die wiederum schon eine Viertelstunde auf Monika Stadlmann herausfahren konnte. Elisabeth Reiter sicherte sich ihren dritten Platz dann auf der Laufstrecke. Fast eine halbe Stunde fehlten am Beginn des Marathons noch auf Platz drei.

Reaktionen

Georg Swoboda (Sieger Austria Triathlon Ironman-Distanz und Staatsmeister 2013): Leider um eine Minute zu langsam. Ich wollte unbedingt den Streckenrekord brechen. Aber ich freue mich trotzdem.
Einen Titel zu bestätigen ist viel schwerer, als den ersten Titel zu erreichen. Ich wollte unbedingt den Rad-Weltrekord brechen, was ich knapp nicht geschafft habe. Hinten raus habe ich das dann im Marathon gespürt. Aber ich bin wirklich sehr zufrieden.

Petr Vabrousek (Zweiter): Ich glaube, ich hatte ein ganz gutes Rennen.
Ich verstehe überhaupt nicht, was Georg heute am Rad gemacht hat. Das ist unglaublich. Ich verneige mich vor Georg. Er ist immer stark am Rad, aber das ist ein anderer Level, als alles, was er bisher gemacht hat.
Das ist sensationell.

Andi Fuchs (Vizestaatsmeister): Ich bin glücklich im Ziel zu sein. Auf der dritten Laufrunde war es auf einmal aus. Ich weiß nicht, was passiert ist. Schon die Radrung war sehr schwierig. Ich habe versucht mein eigenes Rennen zu machen, der Rückstand auf Georg Swoboda war unglaublich. Das macht schon fertig in der Birne. Ich bin knapp vor ihm auf die Radstrecke gekommen. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich am Anfang schlechte Beine gehabt habe - ich wäre später auch nicht mitgekommen. Ich habe das gleich abgehakt, als ich gesehen habe, welches Tempo er anschlägt.

Michaela Rudolf (Staatsmeisterin): Ein Wahnsinn, ein super Gefühl. Das war mir natürlich ein Begehr, den Staatsmeistertitel vom letzten Jahr zu bestätigen, aber die Zeit so zu pulverisieren hätte ich mir selbst nicht zugetraut. Die Bedingungen waren perfekt. Beim Schwimmen war es zwar etwas wellig, aber danach war es wirklich perfekt. Die Vespa ist natürlich auch ein Wahnsinn.

Simone Helfenschneider-Ofner (Vize-Staatsmeisterin): Ich bin sehr zufrieden. Für mich war das, glaube ich, das härteste Rennen meines Lebens. Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich viel Zeit verschissen. Ich habe trotzdem versucht Freude zu haben und den Spirit eines Ironmans zu fühlen. Ich bedanke mich bei den Zuschauern, dass sie mich so getragen haben. Ich hoffe, sie haben ein bisschen was von meinem Kampfgeist gespürt.

 

Der berühmte Wettergott hat auf den Austria Triathlon Podersdorf 2013 gelacht. Vom ersten bis zum letzten Sportler herrschten nahezu ideale Bedingungen - erst pünktlich zur letzten Zielankunft setzte leichter Regen ein. Auch das internationale Teilnehmerfeld kann sich mehr als sehen lassen. Ingesamt 1940 Anmeldungen gingen ein - ein Rekord! Und davon krönten stolze 1286 Triathletinnen und -athleten ihren Einsatz als Finisher in den Einzelbewerben.

Auch an sportlichen Highlights war das Austria-Triathlon-Wochenende nicht arm. Neben vielen beeindruckenden Leistungen sorgte vor allem Michaela Rudolf mit ihrem Fabel-Streckenrekord auf der Ironman-Distanz für Staunen - und sicherte sich dafür als zusätzliches Zuckerl eine Vespa der Firma Faber. Georg Swoboda feierte bei den Herren einen überzeugenden Sieg und lieferte dabei die zweitbeste je gefahrene Zeit auf der Radstrecke der Lang-Distanz ab.

Daneben sorgte aber auch das Publikum dafür, dass auch der Austria Triathlon in Podersdorf 2013 wieder einmal ein Highlight im heimischen Triathlon-Kalender wurde. Selbst die letzte Finisherin auf der Lang-Distanz wurde nach fast 15 Stunden in der Dunkelheit ins Ziel begleitet und bejubelt.

Daniel Döller (Organisator): Wir haben an diesem Austria-Triathlon-Wochende viele sportliche Highlights gesehen und leider auch eine menschliche Tragödie erlebt. Rein sportlich wurde diese Veranstaltung einerseits von einem neuen Starterrekord gekrönt, andererseits wurde auch der Streckenrekord bei den Damen gebrochen. Wir freuen uns jetzt schon auf den 27. Austria Triathlon in Podersdorf, der vom 5. bis 7. September 2014 über die Bühen gehen wird, wenn es wieder
heißt: 'No pain, no gain.'

Fotos: Bernhard Nöll/Austria Triathlon