2014-10-06 12:28:39
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Jedermannlauf - Salzburg Pfeil und Wenth Staatsmeister im Halbmarathon

Valentin Pfeil und Jennifer Wenth feiern beim Jedermannlauf 2014 Favoritensiege
und holen sich die Goldmedaille bei den ÖLV-Staatsmeisterschaften im Halbmarathon. Während der Oberösterreicher einen deutlichen Sieg herauslaufen
konnte, hatte die Niederösterreicherin in Anita Baierl eine hartnäckige
Konkurrentin.

 

Mit den Siegen von Valentin Pfeil (LC Amateure Steyr) und Jennifer Wenth (SVS Leichtathletik)
gingen die Staatsmeistertitel im Halbmarathon an die beiden Favoriten. Der
26-jährige Oberösterreicher, der in einer Zeit von 1:06:00 Stunden die österreichische Jahresbestzeit hält, feierte in einer starken Siegerzeit von 1:06:28 Stunden den zweiten Staatsmeistertitel im Halbmarathon nach 2012. Dagegen gewann die 23-jährige EM-Teilnehmerin von Zürich über 5.000m gleich bei ihrem Halbmarathon- Debüt die Goldmedaille. „Das ist mein erster Staatsmeistertitel auf einer langen Distanz, deshalb wird dieser Titel immer eine besondere Stellung für mich haben“, jubelte die Niederösterreicherin, die das Rennen in einer hervorragenden Zeit von 1:14:46 Stunden gewann.

Entscheidung nach der ersten Runde



Im Herren-Bewerb setzte sich gleich nach dem Start eine Vierergruppe ab. Als Valentin Pfeil kurz vor der ersten Zielpassage nach 7 Kilometern das Tempo merklich anzog, mussten seine Verfolger Simon Lechleitner (LG Decker Itter), Endris Seid (LCAV Jodl Packaging) und Roman Weger (LC Villach) abreißen lassen. Die Vorentscheidung im Kampf um den Titel war damit bereits gefallen. „Ich bin äußerst zufrieden mit meinen Auftritt. Ich wollte heute beweisen, dass ich auch sehr schnell von vorne laufen kann, und mich nicht nur hinten drauf setze, um zum Schluss vorbeizusprinten. Das ist mir hervorragend gelungen.“ Seine Ambition, die vor drei Wochen in der Wachau gelaufene persönliche Bestzeit von 1:06:00 Stunden zu verbessern, erreichte der 26-jährige Oberösterreicher nicht. „Dafür war ich einfach zu lange alleine unterwegs“,erklärte er. Den Streckenrekord unterbot er deutlich.

Spannung im Kampf um Rang zwei



Ein interessantes Duell um die weiteren Plätze auf dem Stockerl lieferten sich der Tiroler Berglauf-WM-Teilnehmer Simon Lechleitner und Enris Seid. Dem 35-Jährigen, der bei den Berglauf-Weltmeisterschaften in Italien vor drei Wochen den 77. Platz belegt hatte und sich dabei mit Problemen an der Hüfte und am Sprunggelenk herumplagte, fiel nach Rang zwei in 1:07:42 Stunden ein Stein vom Herzen: „Es war eine sehr schwierige Saison für mich bisher, voll von Verletzungsproblemen. Aber heute habe ich einen sehr guten Tag erwischt. Ich bin sehr zufrieden“, so Lechleitner, der im November sein Marathondebüt in Turin bestreiten wird, wo er eine Zeit rund um 2:24 Stunden anstrebt. „Dafür war das ein toller Test.“ Besonders zu Rennmitte lieferte sich Lechleitner ein hartes Duell mit Endris Seid, der überraschend in der Spitzengruppe mithalten konnte und in einer Zeit von 1:08:00 Stunden im vierten Halbmarathon seiner
Laufbahn erstmals unter 1:10 Stunden blieb. Vier Kilometer vor dem Ziel erzwang
Lechleitner die Vorentscheidung im Kampf um die Silbermedaille. Seid konnte mit
Rang drei aber dennoch sehr gut leben: „Für mich ist das schon eine Überraschung. Als Valentin davon gezogen ist, habe ich mich auf mein Tempo konzentriert. Ich bin sehr zufrieden“, so der überrschende Bronzemedaillengewinner. Auch aufgrund der starken Leistungen von Lechleitner und Seid ging der fünffache Staatsmeister im Halbmarathon, Roman Weger als Vierter knapp leer aus. „Das Resultat ist in Ordnung. Die anderen sind einfach deutlich jünger als ich, dass muss ich akzeptieren. Als Valentin das Tempo verschärft hatte, musste ich als erster abreißen lassen. Ehrlich gesagt: Im Moment ,rollt‘ es bei mir nicht so, auch im Training nicht“, nahm der Kärntner Routinier Rang vier sportlich fair und mit einem Zwinkern: „2000 habe ich hier in Salzburg meinen ersten Titel im Halbmarathon gefeiert, 14 Jahre später bin ich immer noch Vierter!“


 

Wenth besiegt Baierl auf der letzten Runde



Mehr als zwei Drittel des Rennens lagen Anita Baierl (TuS Kremsmünster) und Jennifer Wenth praktisch gleich auf, wobei die Oberösterreicherin die Tempoarbeit machte. „Ich war überrascht, wie schnell das Tempo von Beginn an war. Wir waren gleich um 15-20 Sekunden pro Kilometer schneller als ich das erwartet hatte“, erzählte Wenth später. Die junge Niederösterreicherin konnte im Duell der beiden Debütantinnen, die sich nach wenigen Kilometern bereits vom Rest des Feldes absetzen konnten, in der dritten und letzten Runde deutlicher zulegen und erzwang die Vorentscheidung. Das Ziel erreichte sie in einer Zeit von 1:14:46 Stunden, was einen deutlichen neuen Streckenrekord für den „neuen“ Jedermannlauf bedeutet. „Es war ein hartes Rennen. In der ersten Runde hatte ich Seitenstechen, das Gott sei Dank verschwand. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung“, so die 23-jährige 5.000m-Spezialistin, die sich aktuell in der Vorbereitung auf die neue Hallensaison befindet und den Sieg beim Halbmarathondebüt als „Etappenziel“ in ihrer weiteren Entwicklung als Läuferin bezeichnet. Auch Anita Baierl absolvierte beim Jedermannlauf ihr Halbmarathondebüt und belohnte sich mit der Silbermedaille (1:15:59 Stunden). Das Resultat nahm die Oberösterreicherin mit gemischten Gefühlen entgegen: „Ich bin mit der Zeit ganz zufrieden, immerhin war es mein erster Halbmarathon und es war eine gute Standortbestimmung,wie fit ich bin. Andererseits bin ich auch ein bisschen enttäuscht. Ich habe das Rennen 14 Kilometer lang angeführt, danach hätte ich rückblickend vielleicht mitgehen können, als Jennifer attackierte. Aus solchen Situationen möchte ich und werde ich lernen.“ Die Bronzemedaille ging in einer Zeit von 1:17:26 Stunden an die junge Tirolerin Susanne Mair (Union Raika Lienz), die in den letzten Wochen im Berglauf stark aufzeigen konnte und bei der WM im September den 36. Rang belegte. Diese Bronzemedaille war für die talentierte 20-Jährige die erste in der Allgemeinen Klasse bei ÖLV-Staatsmeisterschaften.

Fantastische Strecke, tolle Stimmung und bunt gemischtes Feld



Bei idealen Wetterbedingungen mit einer leichten Wolkendecke und Temperaturen
knapp über den 10°C ging das Feld pünktlich um 9:30 Uhr auf die Strecke. Zahlreiche Zuschauer sorgten gemeinsamen mit den Teilnehmern nicht nur im Start- und Zielbereich, sondern entlang der gesamten Strecke für eine hervorragende Stimmung. „Die Stimmung entlang der Strecke und die Wetterbedingungen waren einfach toll“, bestätigte der zweifache Halbmarathon-Staatsmeister Valentin Pfeil. Für den Jedermannlauf 2014 haben sich 959 Teilnehmer aus 14 verschiedenen Nationen angemeldet, womit der „neue“ Jedermannlauf in seiner dritten Auflage einen neuen Teilnehmerrekord
verzeichnet.


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